Leseprobe aus»Avani: Eine neue Welt«



 Die Nacht verlief ohne Komplikationen und früh morgens war das Trio dann schon wieder unterwegs.
Berend fühlte sich pudelwohl, trotzt der Nachtwache, die er ebenso zu schieben hatte, war die erste Nacht, die er nicht im beengten Raum auf dem Schiff verbringen musste sehr erholsam. Und er strotze nur so vor Tatendrang und Abenteuergeist.
Noch marschierten sie in Strandnähe und das Gelände war meist offen und übersichtlich. Einige Felsen und Bäume, gesäumt mit etwas Strauchwerk lagen sporadisch auf ihren Weg. Links von ihnen wurde die Vegetation jedoch zunehmend dichter und mündete in einem undurchdringlich wirkenden Urwald. Berend lief ein kleiner Schauer über den Rücken, als er sich ausmalte, welche Kreaturen sich im Dunkel dieses Dschungels herumtreiben mochten.

 Nach einiger Zeit sagte Hammerschmied leise: »Lasst euch nichts anmerken, aber ich glaube wir werden beobachtet.«
  »Schon seit wir morgens aufgebrochen sind«, antwortete Kemes, ohne irgendeine Regung zu zeigen. »Ich glaube es ist nur einer. Könnte allerdings ein Späher sein. Einfach mal abwarten.«
Berend war überrascht, ihm war gar nichts aufgefallen, obwohl er ständig versucht hatte, die Gegend konzentriert im Auge zu behalten.
Sie marschierten unbeirrt weiter und machten das, was sie sonst auch tun würden. Sie erkundeten die Gegend und sahen sich nach wichtigen Ressourcen um.

 Den Burschen beunruhigte der Gedanke, dass sie bespitzelt wurden. Was, wenn es ein Feind wäre? Wenn es Bogenschützen wären, könnten sie so ein schnelles Ende finden.
So als hätte Kemes seine Gedanken gelesen, sagte er leise zu ihm:   
  »Mach dir nicht zu viele Sorgen. Inzwischen bin ich mir sicher, dass es nur einer ist. Entweder er haut bald ab, oder er gibt sich uns zu erkennen.«
 Beides geschah den ganzen Tag über nicht. Der Unbekannte folgte ihnen im Dickicht des Dschungels, vermutlich in der Annahme, dass man ihn nicht bemerkte.
 Diesmal richteten sie ihr Lager ein wenig früher her. Doch, als sie fertig waren, geschah etwas. In einiger Entfernung hörten sie einen unverständlichen Ruf. Schließlich trat eine Gestalt aus dem Gebüsch hervor und hob die geöffneten Hände in die Höhe, dabei schritt sie langsam auf die drei zu.
  »Ist ein gutes Zeichen, er gibt zu erkennen, dass er in friedlicher Absicht kommt«, sagte Hammerschmied.
  »Das ist ja ein Mädchen!«, entfuhr es Berend.
»Schaut ganz danach aus«, antwortete Kemes.
Es war tatsächlich ein Mädchen, offensichtlich eine Eingeborene. Berend schätze, dass sie höchstens dreizehn Jahre war. Er fragte sich im Stillen, was denn ein halbes Kind alleine hier draußen verloren hatte.
 Sie trug braune Kleidung, die zum Teil aus gewobenem Material schien, zum Teil aus Fell. Einige Federn hingen aus ihrem etwas wirren Haar. Auf jeder ihrer Wangen war ein dicker roter Strich zu sehen.

 

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Nikolaus Fahrner

 

 Schon in meiner Kindheit und Jugend hatte ich eine recht ausgeprägte Fantasie und unterhielt Freunde mit meinen Geschichten.

Ich lebe mit meiner lieben Frau und zwei vorlauten, schwarzen Katern in einem kleinen Städtchen in Niederösterreich. Beruflich bin ich als Gärtner tätig.

 

 Zu schreiben begonnen habe ich schon in meiner Jugendzeit, wenn ich dazwischen auch längere Zeiten der Schreibabstinenz hatte.

Vom Genre her bewege ich mich in verschiedenen Gefilden.

Größtenteils schreibe ich Jugendromane die teils Abenteuergeschichten sind, aber teils auch SciFi-Elemente beinhalten.